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Ameisen
Subfamilia (in Bearbeitung)
  • Aenictinae
  • Aenictogitoninae
  • Agroecomyrmecinae
  • Amblyoponinae
  • Aneuretinae
  • Cerapachyinae
  • Dolichoderinae
  • Dorylinae
  • Ecitoninae
  • Ectatomminae
  • Formicinae
  • Heteroponerinae
  • Leptanillinae
  • Leptanilloidinae
  • Myrmeciinae
  • Myrmicinae
  • Paraponerinae
  • Ponerinae
  • Proceratiinae
  • Pseudomyrmecinae

Ameisen (von althochdeutsch: ameiza das Abgeschnittene) (Formicidea) sind Insekten (Insecta) und gehören zusammen mit Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen in die Gruppe der so genannten Hautflügler (Hymenoptera). Alle Ameisen sind eusozial, das heißt staatenbildend.

Es gibt allerdings einige wenige parasitische Arten, bei denen es sekundär keine Arbeiterinen, sondern nur noch Geschlechtstiere gibt. Da diese aber immer in anderen Ameisennestern parasitisch auftreten, werden diese nicht als wirkliche Ausnahme der eusozialen Lebensweise betrachtet.

Soziale Organisation[Bearbeiten]

Monogynie-Polygynie Die für die soziale Organisation besonders der sozialen Hautflügler enorm wichtige Frage der Anzahl von reproduktiven Weibchen (Königinnen) in einem Volk wurde und wird sehr intensiv erforscht. Ein Standardwerk aus jüngerer Zeit sei vorab zitiert: L. Keller (Herausgeber) (1993): Queen Number and Sociality in Insects. Oxford University Press, 439 S.

Die Ameisenevolution[Bearbeiten]

Siehe Abstammung.

Die Systematik[Bearbeiten]

Siehe Systematik.

Der Körperbau[Bearbeiten]

Siehe Körperbau.

Die Ameisenkommunikation[Bearbeiten]

Ameisen kommunizieren über Berührungen und zwanzig verschiedene Düfte. Pheromone werden als Botenstoffe eingesetzt und mit den elf Gliedern ihrer Fühler gesendet und empfangen. Ameisen legen von ihrem Bau zu den Futterquellen so genannte Ameisenstraßen an, die durch Pheromone markiert sind. Verschiedene Ameisenarten können sich auch durch Geräusche verständigen. Dazu gehören Stridulieren (ähnlich dem Zirpen der Grillen) sowie ein Klopfen mit dem Hinterleib, zwei Geräuschvarianten, die insbesondere als Alarm- oder Notsignale eingesetzt werden.

Siehe auch Ameisensäure.

Das Leben in der Kolonie[Bearbeiten]

Das Verhalten der Ameisen ist durch den Aufbau einer Kolonie geprägt. In einem Ameisenbau leben eine oder mehrere Königinnen und 100.000 bis 5 Millionen Arbeiterinnen. Daneben gibt es aber auch Ameisenarten, deren Kolonien nur aus ein paar Dutzend Arbeiterinnen besteht. Diese Arbeiterinnen - egal wie viele es sein mögen - haben bei einer monogynen Kolonie, wenn also nur eine Königin vorhanden ist, alle die gleiche Mutter. Sie sind also Geschwister. Bei Hymenoptera entstehen aus unbefruchteten, haploiden Eiern Männchen und aus befruchteten, diploiden Eiern Weibchen. Daher sind Schwestern untereinander nicht wie gewöhnlich zur Hälfte sondern zu 3/4 verwandt. Aufgrund des engen Verwandtschaftsverhältnis ist es für die einzelne Ameise effektiver sich um das Überleben der Königin beziehungsweise des gesamten Baues als um das eigene Überleben zu kümmern, die sogenannte "kin selection".

Die Hauptmasse eines Ameisenstaates wird durch unfruchtbare Arbeiterinnen gebildet. Diese erledigen alle Aufgaben im Nest, von der Aufzucht der Brut über Jagd und Verteidigung bis zum Nestbau. Bei vielen Arten sind die Arbeiterinnen vom Schlupf an auf bestimmte Aufgaben spezialisierte Kasten und auch im Körperbau angepasst. So gibt es Soldatinnen, die die Verteidigung des Nestes übernehmen, Außendienstameisen, die das Futter heranschaffen, Ammenameisen, die sich um die Aufzucht der Larven und Puppen kümmern. Es existiert keine Hierarchie, keine Ameise kann Befehle geben.

Siehe auch Winterruhe.

Essensbeschaffung und Verteilung[Bearbeiten]

Siehe hierzu natürliche Ernährung.

Krieg[Bearbeiten]

Ameisenvölker verhalten sich teilweise extrem aggressiv. Sie befinden sich bei einigen Arten fast immer im Kampf mit anderen Völkern. Es kämpfen vorzugsweise die alten Ameisen.

Zur Verteidigung und zum Angriff besitzen viele Ameisenarten Drüsen, mit denen sie toxische Stoffe produzieren können. Bei der Unterfamilie Formicinae ist dies die bekannte Ameisensäure. Zahlreiche Arten besitzen Stachel. Bei den Soldatinnen ist der Kopf vergrößert und die Mandibeln sind besonders ausgeprägt. Damit sind sie bei manchen Arten (Bsp. Camponotus truncatus) in der Lage, äußere Zugänge zum Nest zu verschließen.

Einige Ameisen Mitteleuropas[Bearbeiten]

Siehe hierzu Artenübersicht.

Waldameisen[Bearbeiten]

Waldameisen (die verschiedenen Arten gehören alle zur Gattung Formica) sind ein wichtiger Bestandteil des ökosystems Wald. Daher spielen sie eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Samen und Früchten. Einige Pflanzen bilden spezielle Samenanhänge, die von den Ameisen gesammelt und gefressen werden. Die nicht gefressenen Samen keimen auf den Ameisenstraßen. So werden über 100 einheimische Waldpflanzen verbreitet... Die markanten Ameisenhaufen der Waldameisen, die eine Höhe von mehreren Metern erreichen können, werden hauptsächlich aus Tannennadeln und kleinen Steinchen gebaut. In einem derartigen Nest können mehr als eine Million Arbeiterinnen hausen. So viele Mäuler haben natürlich Hunger: Bis zu 100.000 Beutetiere können an einem einzigen Tag von einem großen Volk verzehrt werden - bis zu 10 Millionen in einem Sommer - ein weiterer Faktor, den Ameisen im Ökosystem Wald spielen. Während die einen gefressen werden, sind für andere Insekten vorhandene Ameisenvölker ein großer Nutzen. So wird z. B. die Waldtracht der Bienen in der Nähe von Ameisenkolonien starkt gefördert, da sich die Waldameisen von Honigtau ernähren. Dies sind die Ausscheidungen von Rinden- und Blattläusen, die von den Ameisen regelrecht gepflegt, beschützt und letztlich gemolken werden. Davon haben aber wiederum nicht nur die Bienen einen Nutzen, sondern der abtropfende Honigtau dient über 200 anderen Tieren (vorwiegend Fliegen und Hautflüglern) als Nahrung. Gleichzeitig stellen die Honigtauerzeuger und deren Eier eine wichtige Nahrungsquelle z.B. für Vögel dar. Aber auch die Ameisen selbst sind mit ihren Larven vor allem für Spechte im Winter ein willkommenes Nahrungsangebot. Andere Insekten wiederum leben als Gäste in den Nestern der Waldameisen, z.B. Rosenkäferlarven. Eine Waldameise kann das 40-fache des eigenen Körpergewichtes tragen Genaueres: http://ants.blsq.org/report-de.html). Arbeiterinnen werden bis zu sechs Jahren alt, Königinnen erreichen sogar 25 Jahre. Leider sind Waldameisen trotz der Tatsache, dass sie seit über 200 Jahren geschützte Tiere sind, z.T. stark gefährdet.

Blattschneiderameisen[Bearbeiten]

Die Blattschneiderameisen, die in den Tropen und Subtropen Amerikas beheimatet sind, schneiden mit ihren Mandibeln Blattstücke ab und bringen diese in ihren Bau. Dort werden die Blattstücke zerkleinert und mit Pilzmycelium beimpft. Die wachsenden Pilzfäden werden von den Ameisen blumenkohlartig zurechtgebissen und regelrecht geerntet. Die Pilzgärten, insbesondere die der Atta-Arten können dabei über mehrere Kubikmeter umfassen und die Kolonien über 6 Milionen Individuen erreichen. Anders, als bei den Atta-Arten treten bei Acromyrmex keine so großen Kolonien auf. Weiterhin sind Acromyrmex polygyn, während Atta streng monogyn sind.

Treiberameisen[Bearbeiten]

Wissenschaftlich sind sie durch das "Heeresameisen-Syndrom" charakterisiert (Gotwald 1995: the army ant adaptive syndrome?). Heeres- oder Wanderameisen machen danach Gruppenraubzüge, sind nomadisch, haben riesige (bis Millionen starke) Kolonien, vermehren sich durch Kolonieteilung (es gibt keine Koloniegründung durch einzelne Jungköniginnen), haben spezialisierte, flügellose Königinnen, eine einzigartige Form der sexuellen Selektion (Arbeiterinnen entscheiden, welches zugeflogene, dann entflügelte Männchen zur Jungkönigin darf); sie haben kein dauerhaftes, festes Nest (allenfalls zeitweilig ein Biwak), wechseln häufig (zu best. Zeiten täglich) den Rastplatz (Biwak), haben periodische Eiablage, Larvenaufzucht, Puppenphase, machen organisierte Raubzüge auf denen sie von Haupt-Straßen aus die Umgebung durchkämmen und gemeinsam größere Beute überwältigen sowie auch in Gemeinschaftsarbeit Richtung trunk trail bzw. zur Brut schaffen, usw.; Aber nur bei Arten (Verwandtschaftsgruppen), in denen alle Merkmale zusammen auftreten, sollte man von Heeres-, Wander- bzw. Treiberameisen sprechen. Wenn man jede Gattung, bei der eines oder zwei der Merkmale zutreffen, zu Heeresameisen erklärt, wird der Begriff wertlos und kann auch ganz entfallen.

Weberameisen[Bearbeiten]

Die klassischen "Weberameisen" sind die beiden Oecophylla-Arten, um die es in dem Buch von Hölldobler und Wilson geht. Nur diese bauen ihre Nester in lebenden Bäumen aus zusammen gesponnenen lebenden Blättern. Für ein noch junges, relativ kleines Volk würde man ein etwa mannshohes Bäumchen benötigen (z. B. Ficus benjamini soll gehen), in dem dann vielleicht 3-4 etwas mehr als faustgroße Nestklumpen entstehen. Das "Formikarium" dafür müsste also schon begehbar sein, sprich die Größe eines kleinen Zimmers haben. Die Händler verkaufen indonesische Polyrhachis dives als "Weberameisen", die nur ihr eigentliches Nest in Felsspalten etc. aus totem, mit Seide verwobenem Pflanzenmaterial herstellen. Das würde in einen entsprechend ausgehöhlten Ytong und in ein "normales" Formikarium passen.

Anmerkung:
Erfahrungsgemäß hat sich der Glücksbaum (Pachira aquatica) als geeignete Pflanze für die Haltung von Oecophylla gezeigt. Anfänglich benötigt man nur eine kleinere Pflanze. Nach ca. 1-1,5 Jahren (vorausgesetzt die Kolonie wächst in "normalen" Zügen) sollte der Lebensraum dieser Tiere durch eine weitere Pflanze erweitert werden. Schätzungweise müssen in einem Rhythmus von 1-2 Jahren immer wieder neue Pflanzen (= mehr Platz & Auslauf) angeknüpft werden. Im Großen und Ganzen benötigen die "echten" Weberameisen, ähnlich wie Blattschneider der Gattung Atta, sehr viel Platz. Dieses sollte man VOR einer Anschaffung bedenken und auch sicherstellen können.

Diacamma sp., Ameisen „ohne Königin“[Bearbeiten]

Die Gattung Diacamma gehört zu der Unterfamilie Ponerinae. Sie ist mit ca. 20 schwer unterscheidbaren Arten und zahlreichen Unterarten im südostasiatischen Raum verbreitet. Die Völker leben in Bodennestern, aber gelegentlich auch in hohlen Ästen oder Bambusstängeln. Die Völker umfassen selten mehr als 100 – 200 Individuen. Sie sind räuberisch und benötigen für eine geregelte Brutaufzucht sehr viel und v.a. sehr oft frische Insektenbeute.

Wie bei Ponerinen üblich haben sie einen kräftigen Wehrstachel (Bild 1). Der Stich ist wenig schmerzhaft (zumindest bei den von uns in Java bzw. Malaysia untersuchten Arten), der leichte Schmerz lässt innerhalb von Minuten wieder nach. Eine Besonderheit der Gattung (also aller bekannten Arten) ist die Tatsache, dass eine morphologisch erkennbare Königinnenkaste fehlt: Es gibt keinerlei geflügelte Weibchen (die Männchen sind normal flugtüchtig). Die weiblichen Tiere sehen untereinander alle völlig gleich aus und haben einen schlanken Thorax, so, wie man das bei Arbeiterinnen normaler Ameisen gewohnt ist.

Anders als bei sonstigen „königinlosen“ Ameisen jedoch schlüpfen alle weiblichen Tiere mit einem Paar gelblich-roter Anhängsel am Thorax, an der Stelle, wo sonst die Flügel zu sitzen pflegen (Bild 2, deutlich hervorgehoben). Diese Anhängsel sind vermutlich auch reduzierte, abgewandelte Flügel. Sie werden als „Gemmae“ bezeichnet (Einzahl Gemma), ein englischer Begriff für Knospe, aber auch das, was wir als „Gemme“, ein Schmuckstück, bezeichnen.

Mustert man die Tiere einer Kolonie durch, so findet man jedoch stets nur ein Tier mit solchen Gemmae: Es ist die (funktionelle) Königin! Ihre Ovarien sind voll entwickelt, sie legt Eier, und sie hat das Receptaculum mit Sperma gefüllt. Diese Königin nun beißt bei fast jeder neu schlüpfenden Tochter deren Gemmae ab und macht sie damit unwiderruflich zur funktionellen Arbeiterin! – Kastendetermination im Adultstadium. Bild 3 zeigt eine solche Arbeiterin. An der Stelle der Gemma ist nur eine glänzende Grube zu erkennen.

Nur wenige Individuen entgehen der Verstümmelung durch ihre Mutter. Sie verlassen das Nest und treffen auf zugeflogene Männchen, mit denen sie sich verpaaren. Über die Koloniegründung weiß man noch wenig bis nichts.

(Nach A. Buschinger: Gemmae – Kronjuwelen der Königin. Ameisenschutz aktuell 15, 2001, S. 37-40. Dort ist auch Originalliteratur angegeben.)

Ameisen und Mensch[Bearbeiten]

Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Ameisenarten und dem Menschen sind sehr unterschiedlicher und vielfältiger Natur. Durch ihre soziale Lebensweise treten Ameisen meist in sehr individuenstarken Populationen auf, wodurch sie auch für den Laien zu den auffälligsten und bekanntesten Insekten gehören. Aus menschlicher Sicht werden Ameisen sowohl als Nützling wie als Schädling gesehen. Zur wissenschaftlichen Beobachtung werden Formicarien eingesetzt. Ameisen standen auch Pate bei der Ausformung der Ethologie zu einer eigenständigen Disziplin durch William Morton Wheeler Anfang des 20. Jahrhunderts.

Ameisen als Nützlinge[Bearbeiten]

  • Die Waldameisen Formica polyctena und Formica rufa spielen eine zentrale Rolle in der Forstwirtschaft. Durch das Vertilgen einer Unmenge von Insektenlarven können sie Massenvermehrungen von Forstschädlingen verhindern. Ferner beseitigen sie Tierkadaver aller Art und tragen mit der Verbreitungstätigkeit von Pflanzensamen Myrmecochorie zum Erhalt der Artenvielfalt bei.
  • Die Puppen der Ameisen, fälschlicherweise oft als Ameiseneier bezeichnet, werden in manchen Kulturen als Nahrung genutzt.

Ameisen als Schädlinge[Bearbeiten]

Siehe hierzu Schadameisen.

Literatur[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Literatur[Bearbeiten]

  • Bert Hölldobler und Edward O. Wilson: The Ants "Es handelt sich hier um ein rein wissenschaftliches Buch, das als Enzyklopädie und Handbuch der Myrmekologie dienen soll, es bildet eine erschöpfende Behandlung dieses Fachgebietes" (Springer Verlag, Berlin - Heidelberg, 1990, ISBN 3-540-52092-0 )
  • Karl Gösswald: "Organisation und Leben der Ameisen". - Mit diesem Werk schuf Kart Gösswald, einer der führenden Forscher insbesondere auf dem Gebiet der Waldameisen eine Einführung und Übersicht vor, das in wissenschaftlicher und praktischer Sicht die immense Bedeutung der Ameisenkunde vermittelt. (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 1985, ISBN 3-8047-0691-6 )
  • Schlick-Steiner, B.C., F.M. Steiner & S. Schödl (2003): Rote Liste ausgewählter Tiergruppen Niederösterreichs - AMEISEN Amt der NÖ Landesregierung / Abt. Naturschutz, St. Pölten, 75 Seiten, 17 x 24 cm. EUR 8.72
Bestellformular hier: http://www.noel.gv.at/Service/RU/RU5/Pub.../Bestellung.htm Weshalb darauf hingewiesen wird: Die meisten der behandelten Arten sind auch im übrigen Österreich, in D und in CH heimisch, die Gefährdungsgrade sind ähnlich. Das Bändchen enthält sehr gute Kurz-Beschreibungen der einzelnen Arten, Verbreitungsgebiete, Lebensräume, Biologie sowie eine große Anzahl sehr schöner Bilder von den Ameisen und ihren Habitaten. Natürlich kann das Bändchen nicht mit dem "Seifert"(1996) konkurrieren, zumal Bestimmingstabellen fehlen, und nicht-gefährdete Arten sind halt nicht enthalten. :Aber ich bin sicher, dass viele Ameisenliebhaber es gerne zur Hand nehmen werden um etwas mehr über interessante einheimischen Arten zu erfahren. Besonders wer den "Seifert" nicht besitzt, findet hier einen wenigstens teilweisen Ersatz. (Nur von den künstlerisch wertvollen Umschlag-Bildern sollte man sich nicht abschrecken lassen).
  • B. Bolton 2003: Synopsis and Classification of Formicidae. Memoirs of the American Entomological Institute, vol. 71, 370 S.
Ist nicht im Buchhandel erhältlich, da kein "Buch" sondern "nur" ein Heft der genannten Zeitschrift, wird nur versandt von Dr. David Wahl, <dr_x@msn.com> AMERICAN ENTOMOLOGICAL INSTITUTE 3005 SW 56th Avenue Gainesville, FL 32608-5047 USA auf Anforderung und gegen Vorauskasse (US $ 95.- plus 10 $ Versand). Kämen noch Gebühren für eine Internationale Überweisung dazu (dürfte bei ca. 30.- EUR liegen), oder Briefversand der 105 $ in Noten, was akzeptiert wird, aber halt etwas riskant ist.
Für Laien sicher nicht das Wahre Echte, da reine Systematik.
Wir werden uns an etliche neue Namen gewöhnen müssen! Aus den bisher 16 Unterfamilien wurden 25. Immerhin bleiben unsere einheimischen 4 Unterfamilien bestehen: Formicinae, Myrmicinae, Dolichoderinae und Ponerinae.
Was bisher Leptothorax (UG Myrafant) war, wird Gattung Temnothorax. Fürderhin also z.B. "Temnothorax nylanderi". Was Leptothorax (Leptothorax) war, bleibt es auch, also Leptothorax acervorum; was Gattung Doronomyrmex war wird zu Leptothorax, also Doronomyrmex kutteri (Buschinger) wird Leptothorax kutteri Buschinger, jetzt der Autorname wieder ohne Klammern, weil dieser die Art 1965 als L. kutteri beschrieben hatte; dafür wird Kutter bei Leptothorax pacis (Kutter) in Klammern gesetzt, da er die Art und Gattung als Doronomyrmex pacis Kutter beschrieben hatte.
Auch bei Camponotus, Lasius, Formica wird es ein paar Änderungen geben, aber ich kenne sie noch nicht.
Man muss das nicht ganz durchschauen, ich schreibe dies nur hier, damit sich niemand wundert, weshalb einige vertraute Arten jetzt auf einmal anders heißen. Die Änderungen sind "rechtsgültig", Barry Bolton ist der führende Ameisensystematiker weltweit, und das jetzt von ihm vorgestellte System bleibt gültig, bis er selbst oder irgendein anderer Wissenschaftler mit entsprechend qualifizierter Begründung das alles wieder ändert.
  • Czechowski et al. 2002 "The ants of Poland" ist so ähnlich wie der "Seifert", nur ohne die Farbbilder. Immerhin sind alle dort anzutreffenden Arten auch bei uns vertreten. Im Fachbuchhandel.
  • R.K. Vander Meer et al. 1990: "Applied Myrmecology, a World Perspective", 741 Seiten, ist mehr angewandt orientiert, und recht teuer. (Preise bei Amazon zu finden). Über schädliche Ameisen in aller Welt, Bekämpfungsmaßnahmen etc..
  • W. H. Gotwald, Jr., 1995 "Army Ants, the Biology of Social Predation" geht über Heeresameisen, enthält aber auch Anmerkungen über die so genannten Heeresameisen der Gattung Pheidologeton. - In dieser Gattung haben ohnehin nur ganze zwei Arten (von ca. 45 im Bolton genannten) konvergent zu den Heeresameisen das "group raiding" entwickelt: P. diversus und P. silenus.
Dieses Buch ist sehr zu empfehlen! Auf fast jeder Seite reizt es zum Weiterlesen.
Anmerkung (2005): Gotwald ist anscheinend vergriffen, aber bei Amazon gibt es das Buch gebraucht für €36.- bis € 85,- in mehreren Exemplaren. (Ich habe mit dem Gebrauchtkauf da bereits mehrere gute Erfahrungen gemacht.)

Populärwissenschaftliche Literatur[Bearbeiten]

  • Bert Hölldobler und Edward O. Wilson: Ameisen. Die Entdeckung einer faszinierenden Welt, aus dem Amerikanischen von Susanne Böll (Birkhäuser Verlag, Basel - Boston - Berlin, 1995, die Originalausgabe erschien 1994 unter dem Titel "Journey to the Ants, A Story of Scientific Exploration" bei Harvard University Press, Cambridge, Masschusetts, USA, ISBN 3-7643-5152-7 )
  • Walter Kirchner: Die Ameisen., ( ISBN 3-406-44752-X )
  • Bianca Drenske geb. Beyer: Das spannende Leben im heimischen Wohnzimmer - Eine Einführung in die Ameisenhaltung 3. Auflage, 2009 ,[1]
  • Martin Sebesta: Grundlagen der Ameisenhaltung - Information für den Einsteiger 1. Auflage, 2006 ,[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]