Haltung:Bezug

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Man kann sich zwar Ameisen kaufen, aber es gibt mehrere Methoden zur Beschaffung einer Königin bzw. Kolonie.

Ameisen kaufen[Bearbeiten]

Private Anbieter[Bearbeiten]

Öfters kommt es vor, dass ein Ameisenhalter eine Kolonie abzugeben hat oder gefangene Kolonien anbietet. Anzeigenmärkte gibt es hier zu finden.

Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Viele Anbieter können die Art nicht richtig bestimmen. Daher sind auch ihre Empfehlungen zu den Haltungsbedingungen unter Umständen problematisch. Insbesondere bei ausländischen Arten sollte zudem auf weitere Risiken geachtet werden, beispielsweise Milbenbefall.

Zu beachten[Bearbeiten]

Geografische Herkunft[Bearbeiten]

Die geografische Herkunft von Ameisen, die man kaufen möchte, sollte man so genau wie möglich in Erfahrung bringen (Händler/ Verkäufer löchern, falls nicht von vornherein angegeben!).

Begriffe wie „Europa“, „Südamerika“, „Australien“ bzw. „europäische Ameisen“ usw. sind nämlich völlig ungeeignet um Ameisenarten irgendwie zu charakterisieren. Europa ist (so wie die anderen Namen) eine Bezeichnung, die der Mensch willkürlich einem Teil der Welt verpasst hat.

Eine „europäische Ameise“ aus Finnland, z.B. Formica aquilonia, wird auf Kreta oder Sizilien im Freien kläglich verenden, ebenso wie eine Cataglyphis aus Südspanien in Finnland.

Dieselbe „europäische“ Cataglyphis kann dagegen in Afrika bestens überleben, z.B. in Marokko, wo sie wahrscheinlich ohnehin vorkommt.

Die „europäische“ Lasius niger hat (wie sehr viele andere in Europa vorkommende Ameisenarten) ein Verbreitungsgebiet, das weit nach Ostasien hineinreicht. L. niger könnte man ohne weiteres auch als „asiatische Ameise“ ansehen.

Die Bezeichnung „europäische Ameisen“ wird leider oft falsch verstanden und mit „einheimische Ameisen“ gleichgesetzt. Über ihre klimatischen Ansprüche sagt das aber gar nichts aus. Winter mit Schnee gibt es in ganz Europa, zumindest in den bergigen Regionen. Ätna in Sizilien und Sierra Nevada in Südspanien sind Skigebiete ebenso wie der Hohe Atlas in Afrika, in Marokko. Und in Griechenland, auf dem südlichen Peloponnes, packt die Bevölkerung auch an der Mittelmeerküste erst zu Ostern die Wintermäntel weg, Athen wird in vielen Jahren von Schneekatastrophen heimgesucht!

„Einheimische Ameisen“ kann somit, richtig gebraucht, nur heißen, dass die Tiere aus der Region des Halters stammen. Manica rubida aus den deutschen Alpen sind in Niedersachsen schon nicht mehr „einheimisch“, sie sind dort "Exoten".

Auch „ausländische Ameisen“ wäre eine ungeeignete Bezeichnung. L. niger oder Myrmica rubra aus Deutschland sind in Österreich „ausländische“ Ameisen, obwohl sie in beiden Ländern einheimisch sind.

„Heimisch“ oder „einheimisch“ gilt also eigentlich nur in Beziehung auf die jeweilige Region, in der der Halter zu Hause ist. Über die Ausdehnung einer solchen Region kann man diskutieren (Radius von 100 km oder von nur 20 km?). – Es hängt im Einzelfall auch von der Art und deren Verbreitungsmuster ab.

Mit einer genauen Angabe der Herkunft gekaufter Tiere kann sich der Käufer jedenfalls im Klimaatlas informieren, welche Ansprüche seine Tiere stellen werden.

(A. Buschinger)

Welche Arten kann ich kaufen?[Bearbeiten]

Welcher Händler bietet Sphecomyrma freyi an oder wo kann ich sie bekommen? Gibt es dazu Haltungserfahrungen?

Das sind Fragen, die so oder ähnlich in den Ameisenforen immer wieder gestellt werden. Mal abgesehen davon, dass das willkürlich gewählte Beispiel seit Jahrmillionen ausgestorben ist und allenfalls als Bernsteininkluse erworben werden könnte, sind solche Fragen ziemlich aussichtslos. Weshalb?

Weltweit sind rund 12.500 Ameisenarten wissenschaftlich beschrieben und benannt. Mal sehr hoch geschätzt etwa 300 davon wurden in den letzten 150 Jahren in Forschungseinrichtungen gehalten, meist nur für vergleichsweise kurze Zeit, und meist nur um sie auf wenige bestimmte Verhaltensmerkmale etc. hin zu untersuchen.

Deutlich weniger Arten wurden vor 2000, dem Jahr der Gründung des Antstore und des Beginns des Internet-Handels mit Ameisen, von Privatleuten gehalten. Es waren zumeist solche, die man sich aus der Nähe selbst besorgt hat.

Von den Händlern und Privatimporteuren wurden in diesen paar Jahren etwa 120 ausländische Arten eingeführt. Das sind gerade mal 1 Prozent der "möglichen" Arten (und das sind schon viel zu viele!).

Von den meisten der bisher via Internet verkauften oder privat importierten und gehaltenen Arten liest man nach kurzer Zeit in den Foren nichts mehr. Ob sie in den Ameisenhimmel eingegangen sind?

Wenn keinerlei Haltungserfahrungen vorliegen (oder die "negativen" nicht bekannt gemacht werden), hat der Spaß eben oft schnell ein bitteres Ende.

Gezielt eine bestimmte Art zu beschaffen (in einem Beispiel aus einem Forum war Polyrhachis hookeri begehrt), dürfte den Importeuren äußerst schwer fallen. Da hat selbst ein Wissenschaftler seine Probleme, vor Ort zu bestimmen, ob er die "richtige" Art gefunden hat. Ich spreche aus > 40 Jahren Erfahrung mit der „gezielten“ Beschaffung von Ameisenarten für Forschungszwecke.

Zu bedenken ist weiterhin, dass es bereits sehr schwierig ist, alle Arten der bestens untersuchten (und durch Bernhard Seifert weltweit einzigartig gut dokumentierten!) deutschen Ameisenfauna zu bestimmen.

Laut Seifert (2007): „Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas“ sind gerade mal 50 % der einheimischen Ameisen mit einem preiswerten Stereomikroskop sicher zu bestimmen, es muss aber mindestens ein Messokular vorhanden sein (S. 93).

Daraus wird deutlich, was von privat angegebenen oder durch Händler/Lieferanten angebotenen Artnamen zu halten ist, zumal wenn es um ausländische Arten geht, für die es eben nur selten gut ausgearbeitete Bild- und Bestimmungsschlüssel gibt.

Fazit: Wenn man schon glaubt, ausländische Ameisen kaufen zu müssen, ist es aussichtslos, nach ganz bestimmten Arten zu fragen. Man muss sich dann an das jeweils aktuelle Angebot halten, immer auch in dem Bewusstsein: „Namen sind Schall und Rauch“!

(A. Buschinger, 15. Mai 2007)

Wann Königinnen kaufen, wann Kolonien?[Bearbeiten]

Falls man tatsächlich nicht selbst eine junge Königin, junge Kolonie oder einen Teil einer polygynen Kolonie sammeln kann und auf den Kauf beim Händler oder privaten Anbieter angewiesen ist, sollte man einige Regeln beachten, die sich aus der Biologie der jeweiligen Arten ergeben.. Unterscheiden wir hier zunächst nach EINHEIMISCH bzw. EXOTISCH (wobei „exotisch“ schon bei Tieren aus mehr als etwa 100 km Entfernung vom Wohnsitz des Käufers beginnen kann).

In Deutschland einheimische Arten:

Alle Arten haben einen Jahreszyklus mit einer mehr oder weniger ausgedehnten Winterruhe. Geschlechtstiere werden bei den meisten Arten nur einmal im Jahr erzeugt, allerdings zu verschiedenen Zeiten. Begattete, junge Königinnen einer bestimmten Art gibt es also nicht das ganze Jahr hindurch, sondern nur während oder kurz nach der jeweiligen Schwarmzeit.

Camponotus ligniperdus und C. herculeanus

Bei den beiden häufigsten Rossameisen-Arten schwärmen die im Mutternest überwinterten Jungtiere im Frühjahr bis Frühsommer. „Neue“ Jungköniginnen gibt es also ab etwa Ende Mai bis in den Juni hinein.

Ab dieser Zeit sollten die angebotenen Jungköniginnen mit ihren ersten Eiern, etwas später auch mit ersten daraus geschlüpften Larven, angeboten werden.

Bis zum Herbst haben manche der Königinnen bereits erste (kleine! „Pygmäen“-) Arbeiterinnen sowie Larven und ein paar Puppen. Oft aber überwintern Camponotus-Königinnen mit den ersten Larven, aus denen erst im folgenden Frühjahr Arbeiterinnen entstehen.

Eine Königin ohne Larven, aber mit einer oder mehreren normal großen Arbeiterinnen, ist „gepusht“ worden: Man hat ihr ein paar Puppen aus einem fremden Nest (evtl. sogar einer anderen Art) zugesetzt, aus denen Arbeiterinnen geschlüpft sind, die von der Königin akzeptiert werden. Damit soll eine bereits fortgeschrittene, erfolgreiche Koloniegründung vorgetäuscht werden, oder man will eine „Kolonie“ verkaufen, die ja gewöhnlich teurer ist als eine Königin allein. Die Königin selbst kann dann unbegattet oder aus anderen Gründen unfruchtbar sein, das lässt sich von außen nicht erkennen!

Lasius niger, Lasius flavus:

Auch hier gilt, dass Königinnen ohne Arbeiterinnen NUR in einer relativ kurzen Zeitspanne, während bzw. kurz nach dem Hochzeitsflug gekauft werden sollten. Eine z.B. im April angebotene „Königin“ ist garantiert vom Vorjahr und hat es nicht geschafft, eigene Brut aufzuziehen, oder sie hat diese verloren. So etwas sollte man beim Verkäufer lassen und besser eine kleine Kolonie kaufen. Generell empfiehlt es sich, ab etwa Oktober solche Königinnen nicht mehr zu kaufen: Man muss sie direkt in die Winterruhe verbringen, hat nichts zu beobachten bis zum April. Da kann auch der Anbieter die Risiken der Überwinterung tragen! Anders ist es, wenn man eine frisch begattete Jungkönigin im Juli kauft: Hier lässt sich noch der Vorgang der Koloniegründung bis zum Entstehen der ersten Arbeiterinnen verfolgen.

Myrmica rubra und andere Myrmica-Arten:

Es ist sehr schwierig, begattete Königinnen dieser meist polygynen Arten nach dem Hochzeitsflug zu finden. Das ist ganz anders als bei Lasius oder Camponotus. Vorsichtshalber sollte man auf Angebote von Königinnen allein, zur Koloniegründung, nicht eingehen. Kleine angeblich „junge“ Kolonien sind in aller Regel aus großen, stark polygynen Kolonien abgezweigt. Wie jung oder alt die mitgelieferte(n) Königin(nen) ist (sind), lässt sich nicht feststellen.

Manica rubida:

Gelegentlich werden, mehr zufällig, begattete Jungköniginnen beim Hochzeitsflug gefunden und eingesammelt. Man kann etwa ab Ende Mai bis in den Juli hinein solche Königinnen erwerben. Aber Vorsicht ist immer geboten: Auch unbegattete Königinnen können sich entflügeln, und geflügelte Jungweibchen findet man recht leicht beim Ausgraben von Nestern im Frühjahr bzw. auch wieder im Herbst: Wie bei den großen Camponotus-Arten schlüpfen die Geschlechtstiere im Spätsommer, überwintern im Mutternest und gehen erst im folgenden Frühjahr auf Hochzeitsflug.

Tetramorium caespitum/ impurum-Gruppe:

Gelegentlich werden in der Schwarmzeit begattete Jungköniginnen in Vielzahl gefunden. Gezielt sammeln kann man sie nicht, weil man Ort und Zeit der Hochzeitsflüge nicht vorhersehen kann. Deshalb bieten Händler auch nur selten solche Königinnen an.

Formica (Serviformica) fusca und andere „Sklavenameisen“-Arten:

Auch hier sind Funde frisch begatteter Jungköniginnen sehr selten. Man kennt bisher noch nicht einmal ihre „Treffpunkte“ für die Verpaarung. So bleibt eigentlich nur der Erwerb relativ kleiner Kolonien mit einer oder mehreren Königinnen. Betreffs deren Alters ist natürlich so wie bei Myrmica nichts zu sagen….

Exotische Arten aus dem Mittelmeergebiet oder von anderen Kontinenten:

Wegen der sehr großen Zahl der bisher eingeführten Arten und aufgrund der extrem unterschiedlichen Lebensweisen sowie Klimabedingungen in deren Heimatländern sind kaum Empfehlungen zu geben. Wirklich hilfreiche Haltungserfahrungen liegen nur für eine sehr kleine Anzahl von Arten vor, z. B. Acromyrmex octospinosus oder ein paar Atta-Arten.

Grundsätzlich muss man damit rechnen, dass auch die meisten exotischen Ameisen einem Jahreszyklus unterliegen, z.B. von Regen- und Trockenzeit. So sind etwa Königinnen von Atta und Acromyrmex, oder auch von Honigtopfameisen (Myrmecocystus) und von exotischen Camponotus spp. nur während eines relativ kurzen Zeitraumes, eben kurz nach ihren Schwarmflügen, im Angebot.

Bei den Ameisen aus warmen Ländern verlaufen in aller Regel Koloniegründung und Koloniewachstum schneller als bei mitteleuropäischen Arten. Wenn einzelne Königinnen angeboten werden und nach einigen Wochen noch immer nicht verkauft sind, sind es „Ladenhüter“, die man besser nicht kauft. Solche Ameisen sind höchst „verderbliche Ware“. Ist durch Einfangen und Transport und längere Haltung in einem „Ameisenlager“ der natürliche Ablauf der Koloniegründung unterbrochen, findet eine solche unter Umständen gar nicht mehr statt, oder sie verläuft nicht optimal.

Werden Kolonien angeboten, handelt es sich zumeist um polygyne Arten, aus deren Nestern im Freien bzw. auch in der Lagerhaltung je nach Bestellung kleinere oder größere „Ableger“ entnommen und mit 1 oder 2 oder mehr Königinnen versandt werden. Kein Anbieter kann garantieren, dass die Königinnen jung sind, und dass sie begattet sind.

Wegen der Risiken, die mit der Einfuhr und dem eventuellen Entkommen der Tiere verbunden sind, sollte man von solchen Käufen prinzipiell absehen: Eine exotische und nur bis zur Gattung bestimmte Pheidole sp. kann eine Pest-Ant sein, die im Haus oder in der Natur zum Problem werden könnte. Exoten allgemein, aber ganz besonders wenn sie mit Nestmaterial aus ihrem Heimatland verkauft werden, können Milben sowie andere Ekto- und Endoparasiten einschleppen, die andere beim Händler oder Halter vorhandene Arten infizieren können, oder die in unserer Natur Schaden anrichten können.

(A. Buschinger, 18.07.2006)

Fangen[Bearbeiten]

Das einfachste und billigste ist, auf den Schwarmflug der jeweiligen Art zu warten. Dann einfach mit Reagenzgläsern bewaffnen und die frisch begatteten Jungköniginnen aufsammeln.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, eine freilebende Kolonie einzusammeln. Dies ist allerdings nur bedingt sinnvoll, da mindestens eine Königin gefangen werden muss. Bei stark polygynen Arten wie M. rubra sind diese meist leicht zu finden, nicht aber bei monogynen Arten wie L. niger. Zum Einsammeln kann ein Exhaustor verwendet werden. Bei vielen Kolonien (v. a. monogynen) kommt meist eine weitere Schwierigkeit hinzu (siehe unten).

Schwarmflug / Königin einsammeln[Bearbeiten]

Begattete Königinnen erkennt man daran, dass sie ihre Flügel bereits abgeworfen haben. Jungköniginnen mit Flügeln sind in der Regel unbegattet und sollten deshalb nicht eingesammelt werden. Eine Ameisenkönigin ist recht einfach zu erkennen, da sie für gewöhnlich größer als andere Ameisen ist. Herausstechend sind meist der große „Buckel“ und ein dicker Hinterleib.

Königinnen kann man theoretisch überall finden. Sowohl im Wald, auf der Wiese als auch an der Bushaltestelle oder dem Weg nach Hause. Am meisten Glück hat man an einem Tag mit warmen,sonnigen Wetter, wenn es an den Tagen zuvor ordentlich geregnet hat. Wichtig ist auch die Uhrzeit: hier empfiehlt sich der Nachmittag bis Abend. Eine Übersicht, welche Arten wann schwärmen findet sich hier.

Natürlich sollte man nicht übermäßig viele Jungköniginnen einsammeln, 3-4 reichen allemal (was will man später mit 50 oder 60 Königinnen anfangen?), und man sollte sich anhand von Bildern in den Foren wenigstens Grundkenntnisse über das Aussehen der Arten aneignen, um nicht ausgerechnet eine geschützte Art (z.B. Waldameisen, Gattung Formica) oder eine Rote-Liste-Art einzufangen. Wenn man eine der sozialparasitisch koloniegründenden Lasius-Arten erwischt, ist eine Enttäuschung programmiert: Ohne die passende Wirtsart wird das nichts!

Probleme beim "Einsammeln" ganzer Kolonien[Bearbeiten]

Dieses Thema betrifft Halter, die eine Königin samt einer Anzahl Arbeiterinnen aus einem Freilandnest entnehmen.

Man muss sich vor Augen halten, dass eine Kolonie mit Königin, x Arbeiterinnen, y fressenden Larven und Eiern ein lebendes System darstellt, in dem die einzelnen Teile im Normalzustand in einem gewissen Gleichgewicht stehen, so wie die Organe in einem einzelnen Tier. Stört man dieses Gleichgewicht, indem plötzlich eine der Untereinheiten zu stark, oder zu gering vertreten ist, kann das Ganze instabil werden. Auswirkungen auf andere Untereinheiten sind selbstverständlich zu erwarten. (Bei Bienen gibt es Versuche dazu).

So sind die Ovarien einer Königin über die Jahre des Heranwachsens stark angeschwollen. Um die Eier darin bis zur Ablage hinreichend zu versorgen, sind Drüsensekrete von entsprechend vielen Arbeiterinnen nötig. Wird der Zustrom von Eiweiß-reichen Futtersekreten durch Reduktion der Arbeiterzahl (z.B. von 10.000 auf 500) stark gedrosselt, kann die Funktion der Ovarien beeinträchtigt werden. Es werden darin weiterhin viele Eizellen produziert, die aber nicht "richtig" mit Dotterproteinen angefüllt werden können, zum Teil degenerieren (evtl. absterben). Das kann schädlich für den ganzen Stoffwechsel der Königin sein. Oft liest man von "fetten" Königinnen, die mit nur ein paar Dutzend Arbeiterinnen eingefangen werden, und dann liest man nichts mehr darüber: Die Königin ist gestorben.

Umgekehrt verursacht die Zugabe von Larven in eine junge Kolonie Probleme bei deren Versorgung durch zu wenige Arbeiterinnen. Da haben die Völker oft ein Regulativ: Sie fressen die überschüssigen Larven oder werfen sie aus dem Nest zum Abfall.

Bei Zugabe von zu vielen Puppen, aus denen sehr viele Arbeiterinnen schlüpfen, kommt die noch junge Königin (mit evtl. noch zu kleinen Ovarien) mit der Verarbeitung von deren Drüsensekreten nicht nach. Ergebnis ist oft, dass einige Arbeiterinnen diese Proteine sozusagen bei sich behalten, oder sich gar von anderen Arbeiterinnen damit füttern lassen, und dann eigene Eier legen. Daraus entstehen männliche Larven, die wiederum in Futterkonkurrenz zu den eigenen weiblichen Larven der Königin treten.

Vieles zu diesem Thema ist nicht quantitativ erforscht, beruht eher auf einer Interpretation von gelegentlichen Beobachtungen. Aber man kann es zum Teil mit dem menschlichen Körper vergleichen: Ein Leistungssportler, der plötzlich aufhört, kann bekanntlich Herzprobleme bekommen, weil er sich ein viel zu großes Herz antrainiert hat. Bei einer leider manchmal auch bei Kindern notwendigen Nierentransplantation kann man nicht die vergleichsweise riesige Niere eines Erwachsenen einsetzen, usw..

Fazit: Wenn man schon eine alte Königin fängt, dann nur mit einer entsprechend großen Zahl ihrer Arbeiterinnen (Reduktion auf die Hälfte dürfte noch tolerierbar sein). So wird z.B. die Entnahme einer Königin mit 100 Arbeiterinnen aus einem großen, reifen Lasius-Nest nicht von Erfolg gekrönt sein.


Aus dem Urlaub mitbringen[Bearbeiten]

Siehe Punkt 2 und die Importbestimmungen.


Siehe auch[Bearbeiten]