Koloniegeruch

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Auch Nestduft; bezeichnet die gemeinsame "Duftuniform" an der sich Angehörige einer Ameisenkolonie untereinander erkennen. Es wird diskutiert, ob der Koloniegeruch allein von der Königin ausgeht und auf die Arbeiterinnen übertragen wird, oder ob es sich um eine Mischung aus allen Oberflächenpheromonen von Königin(nen) und Arbeiterinnen handelt, einen sog. Gestaltgeruch (engl. gestalt odor/odour).

Der Koloniegeruch kann von Sozialparasiten, Ameisengästen und Kleptobionten zu deren Vorteil genutzt werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entstehung des Koloniegeruchs

Der wichtigste Sinn der Ameisen ist der Geruchssinn; so findet auch die "Freund-Feind-Erkennung" nur durch den Koloniegeruch statt. Dieser setzt sich zusammen aus den Individualdüften aller Imagines, gattungs- und artspezifischen Stoffen, verabreichter Nahrung, dem umgebenden Nestsubstrat usw. und ist somit immer unterschiedlich, jedoch für jede Kolonie spezifisch. Der Duft unterliegt Schwankungen und kann sich über wenige Wochen stark ändern, so dass kurzzeitig entfernte Imagines von ihren Schwestern nicht mehr erkannt und angegriffen werden. Um dies in natura zu umgehen, wird der Koloniegeruch durch (auch gegenseitiges) Putzverhalten immmer wieder untereinander abgeglichen.

Erkennung und Sekretion (Absonderung) des Kolonie- und Individualduftes sind angeboren, entwickeln sich aber erst bis zu 14 Tage nach Schlupf der Imagines. In dieser Zeit wird die Ameise auf die Kolonie geprägt. Diese Prägephase ermöglicht erst die Sklavenhaltung der Ameisen, denn die jungen Imagines werden innerhalb dieser 14 Tage auf die Kolonie der Sklavenhalter geprägt. Zudem ist mit jungen Arbeiterinnen oft eine recht problemlose Adoption möglich. Die Ameisenbrut dagegen (Eier, Larven, Puppen) hat meist keinen oder nur einen schwachen Koloniegeruch, daher kann diese oft problemlos zwischen Kolonien ausgetauscht werden.

[Bearbeiten] Beispiel: Camponotus fellah

Der Kolonieduft bei Camponotus fellah ist ein „Gestaltgeruch“, eine Mischung aus individuellen Cuticula-Pheromonen, die zwischen den Arbeiterinnen mittels Trophallaxis immer wieder ausgetauscht werden. Isolierung von Arbeiterinnen führt dazu, dass sich ihre Geruch bereits innerhalb von 3-5 Tagen abwandelt, und dass nach 20-40 Tagen der Isolation die ursprünglichen Nestbewohner gegen die isoliert gehaltenen und dann wieder eingesetzten Nestgenossinnen intolerant wurden.[1]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ^ Boulay R, Hefetz A, Soroker V V, Lenoir A 2000: Camponotus fellah colony integration: worker individuality necessitates frequent hydrocarbon exchanges. - Anim Behav. 59:1127-1133. (Abstract, en.)
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