Rekrutierung

Aus Ameisenwiki
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Viele soziale Insekten können Nestgenoss(inn)en veranlassen, ein bestimmtes Ziel anzusteuern oder eine bestimmte Tätigkeit aufzunehmen. So kann Rekrutierung zu einer Futterquelle, zu einem neuen Nest, oder zur Verteidigung erfolgen. Bei Ameisen können Einzeltiere (Tandemlauf oder Trageverhalten), kleine Gruppen (Gruppenrekrutierung), oder große Anzahlen (Massenrekrutierung) zum Ziel dirigiert werden.

Gruppenrekrutierung[Bearbeiten]

Gruppenrekrutierung (engl. group recruitment), eine Ameise, die ein bestimmtes Ziel erkundet hat, fordert im Nest dazu auf, ihr zu folgen. Sie legt dazu eine kurzlebige Duftspur, auf der ihr eine kleine Gruppe von oft nur 5-10 Nestgenossinnen zum Ziel folgt.

Diese Sklavenjäger sind 2,5 bis 3 mm lang. Das vorderste Tier (rechts) legt eine kurzlebige Duftspur, auf der es die kleine "Armee" zum vorher entdeckten Nesteingang eines Volkes der Sklavenart (hier: Temnothorax unifasciatus) führt.

Massenrekrutierung[Bearbeiten]

Rekrutierung von sehr vielen Nestgenossinnen zu einem Ziel, einer Futterquelle, einem Kampfplatz etc.. In der Regel wird eine Duftspur zwischen Nest und Ziel gelegt, die von den rekrutierten Individuen immer wieder verstärkt werden kann, so dass sich eine Straße ausbildet.

Im Fall eines Angriffs auf einen Nesteingang können abgegebene Alarmpheromone oder der Geruch einer Verteidigungssubstanz selbst (z. B. Ameisensäure) dazu führen, dass - unabhängig vom Umfang der Störung - massenweise Arbeiterinnen in kurzer Zeit aus der näheren Umgebung herbeieilen. Solche Alarm-Effekte sind im Gegensatz zu Spurpheromonen nur von sehr kurzer Dauer, der Geruch verflüchtigt sich innerhalb von einigen Sekunden bis wenigen Minuten.

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