Solenopsis invicta

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Solenopsis invicta
(Rote Feuerameise)
Solenopsis invictaSolenopsis invicta
Systematik
Unterfamilie: Myrmicinae
Gattung: Solenopsis
Art: Solenopsis invicta
Weitere Informationen
Verbreitung: Mittel- und Südamerika, dringt nach Nordamerika vor
Königinnen: Polygyn
Wissenschaftlicher Name
Solenopsis invicta

Buren, 1972

Solenopsis invicta ist eine aus Südamerika (Argentinien) in die USA eingeschleppte, stark invasive Ameisenart. Sie hat sich im Süden und Südwesten der USA ausgebreitet und verdrängt zahlreiche einheimische Arten, wobei sie ständig weiter nach Norden vordringt. Diese Art ist aufgrund ihrer Stiche gefährlich. Aufgrund von Stichen dieser Art mussten in den USA im Jahre 2000 rund 30.000 Menschen ins Krankenhaus.[1] Aufgrund dieser Stiche wurden schon Todesopfer verzeichnet. Insbesondere Allergiker sind gefährdet, aber auch bei anderen Opfern verursachen die Stiche lang anhaltende Schmerzen und eitrige Ausschläge.

Neben gesundheitlichen Problemen stellt Solenopsis invicta eine ernstzunehmende Bedrohung für die in den Staaten heimische Ameisen- und sonstige Tierwelt dar. Solenopsis invicta ist das eindrucksvollste Beispiel für die Nachteile bzw. Risiken der Globalisierung und die daraus folgende Zunahme der Ausbreitung von Neozoen mit Schädigung der ursprünglich heimischen Fauna. Die Bekämpfung ist schwierig und wegen der bereits besiedelten Fläche ziemlich aussichtslos.

In einer Studie aus dem Jahre 2011 wurde durch genetische Untersuchungen bewiesen, dass die relativ neuen S. invicta-Vorkommen in Taiwan, China und Australien auf den Menschen zurückzuführen sind. Der Mensch verbreitete die Art durch Handel aus den USA in weitere Länder, wo die Art ähnlich invasiv auftritt wie bereits in den USA.[2] Es ist anzunehmen, dass durch das mildere Klima vielerorts in diesen Regionen, das dem in der Heimat von Solenopsis invicta vorherrschenden sehr nahe kommt, eine Ausbreitung weitaus schneller und intensiver erfolgen gehen kann, als es seit 1940 in den USA geschieht.

Solenopsis invicta kann auf ihren "Wanderungen" Flöße bilden, indem sich die gesamte Kolonie zu einem flachen, annähernd runden Gebilde verhakt, welches enorme Distanzen auf der Oberfläche von schwach bewegten Gewässern zurücklegen kann. Dabei wird ein "Teppich" an Individuen durch die Oberflächenspannung an der Oberfläche gehalten. Auf diesem "Teppich" transportieren Arbeiterinnen die gesamte Brut sowie die Königinnen. Diese Eigenschaft hilft der Art dabei durch einen kleineren Fluss oder ein sonstiges Gewässer in neue Gebiete vorzudringen. Wasser ist mit dieser Eigenschaft kein Hindernis für die Ausbreitung dieser Art. Nachdem die Kolonie in neuen Gefilden angeschwemmt wurde, löst sich das Floß auf, und die Kolonie setzt ihre "Wanderung" auf dem Landweg fort.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ^ DER SPIEGEL Ausgabe 25/2000 "Meuterer gegen die Königin" - Manfred Dworschak
  2. ^ M.S. et al 2011. Global Invasion History of the Fire Ant Solenopsis invicta. Science 331: 1066-1068 DOI: 10.1126/science.1198734 - Siehe: http://www.sciencemag.org/content/331/6020/1066.abstract