Ereignisse 2014

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Pheidole sp.: Warnung vor der Einschleppung potenziell invasiver Arten (1. Jan. 2014)

Die sehr artenreiche Gattung Pheidole ist unrühmlich bekannt dafür, dass kaum jemand die Arten wirklich sicher bestimmen kann. Trotzdem tauchen im Handel immer wieder „Pheidole sp.“ auf, also unbestimmte Arten, über deren Potenzial als Schadameisen bzw. invasive Neozoen man folglich keine Aussage machen kann. Wie zuverlässig die mit Artnamen versehenen Arten bestimmt sind, sei dahin gestellt.

Aktueller Anlass für diesen Hinweis:

Aus Kalifornien wird die Wiederentdeckung der dort invasiven Art Pheidole teneriffana gemeldet. Sie galt nach der Erstentdeckung dort um 1992 als ausgerottet. Das hat sich als Irrtum erwiesen: http://antfarm.yuku.com/topic/17200/Possible-invasive-species-rediscovered#.UsQ37_l3uig

http://antcat.org/documents/2908/2731.pdf

Pheidole teneriffana wurde ursprünglich von Teneriffa beschrieben. Heute ist sie außer auf den Kanaren rund um das Mittelmeer und auf den Mitteleerinseln einschließlich Zypern verbreitet. Ein Verkauf der Art unter Pheidole sp. oder unter einem falschen Namen und damit eine Einschleppung in Deutschland ist möglich. "Subtropische" Lebensräume gibt es in großer Zahl bei uns, in klimatisierten Bereichen von Zoos, Bot. Gärten, Großgärtnereien und so weiter.

Wer Schäden an der Natur oder durch Hausameisen vermeiden möchte, verzichtet auf den Erwerb solcher Risiko-Ameisen!

Weitere Literatur: Wetterer 2011: Worldwide spread of Pheidole teneriffana: http://www.thefreelibrary.com/Worldwide+spread+of+Pheidole+teneriffana+(Hymenoptera%3A+Formicidae).-a0298614300 A. Buschinger (Diskussion) 17:54, 1. Jan. 2014 (CET)

Wittman: Auswirkungen invasiver Ameisen... In "Myrmecological News" online erschienen (10. Jan. 2014)

Wittman, S.E. (2014): Impacts of invasive ants on native ant communities (Hymenoptera: Formicidae). – Auswirkungen invasiver Ameisen auf heimische Ameisen-Gesellschaften. http://www.myrmecologicalnews.org/cms/images/pdf/online_earlier/mn19_111-123_non-printable.pdf Mit Supplement: http://www.myrmecologicalnews.org/cms/images/pdf/online_earlier/mn19_111-123_supplement.pdf

Eine sehr gründliche und umfassende Studie der weltweit bekannt gewordenen Untersuchungen zum Thema. Wer sich nicht näher damit befassen möchte, sollte wenigstens die Zusammenfassung lesen. A. Buschinger (Diskussion) 15:24, 10. Jan. 2014 (CET)

Revision der Temnothorax-Arten von Kalifornien, Snelling et al. 2014 (23. Jan. 2014)

http://www.pensoft.net/J_FILES/1/articles/6039/6039-G-3-layout.pdf ! 22.5 MB !

Snelling RR, Borowiec ML, Prebus MM (2014) Studies on California ants: a review of the genus Temnothorax (Hymenoptera, Formicidae). ZooKeys 372: 27–89. doi: 10.3897/zookeys.372.6039

Abstract The following ten new species of the ant genus Temnothorax are described and illustrated: T. anaphalantus (California, Baja California), T. arboreus (California), T. caguatan (Oregon, California, Baja California), T. morongo (California, Baja California), T. myrmiciformis (California, Baja California), T. nuwuvi (Nevada), T. paiute (California, Nevada), T. pseudandrei (Arizona, California), T. quasimodo (California) and T. wardi (California). A key to workers of the twenty-two Temnothorax species known or expected to occur in California is provided.

Es sind 63 Seiten (!), alle zehn neuen Arten sind farbig abgebildet. Auch wenn man Englisch nicht gut versteht, kann man sich über den heutigen Umfang solcher Beschreibungen informieren. Es ist auch eindrucksvoll zu sehen, wie sich die Arten morphologisch und in der Färbung unterscheiden.

Die Namensgebung (Etymology) mancher Arten verdient Erwähnung. So ist der Name Temnothorax nuwuvi die Bezeichnung der südlichen Paiute-Indianer für sich selbst, in der Bedeutung „die Leute“, bzw. „die echten Menschen“. T. quasimodo ist aufgrund eines „buckligen“ Aussehens nach Victor Hugos „Der Glöckner von Notre Dame“ benannt. Es handelt sich allerdings um einen Einzelfund, der durchaus ein missgebildetes Exemplar einer anderen, häufigen Art sein könnte, oder aber ein Sozialparasit.

Ab S. 81 ist ein Bestimmungsschlüssel der kalifornischen Temnothorax-Arten zu finden.

Leider enthält die Arbeit wenig Information über Ökologie und Lebensweise der neuen Arten. A. Buschinger (Diskussion) 12:24, 23. Jan. 2014 (CET)