Lasius brunneus

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Lasius brunneus
Präparierte Lasius brunneus -ArbeiterinPräparierte Lasius brunneus -Arbeiterin
Systematik
Unterfamilie: Formicinae
Gattung: Lasius
Untergattung: Lasius sensu stricto
Art: Lasius brunneus
Weitere Informationen
Verbreitung: Europa bis ins südliche Sibirien, auch Nordafrika
Habitat: Laubwälder, Mischwälder, auch urbane Zonen, oft als Hausameise
Gründung: claustral
Königinnen: monogyn
Wissenschaftlicher Name
Lasius brunneus

(Latreille, 1798)


Lasius brunneus, umgangssprachlich auch als Braune Wegameise bezeichnet, ist eine baumbewohnende, relativ scheue Wegameisen-Art.

Merkmale

Vergleich zwischen Arbeiterinnen von Lasius emarginatus und Lasius brunneus

Die Arbeiterinnen erreichen eine Größe von 2,5–4 mm, die Königinnen werden etwa doppelt so lang (6,5-8,5 mm); Männchen erreichen 4–5 mm. Der Thorax der Königin ist im Vergleich zu anderen Lasius-Arten (z. B. L. niger) relativ flach.

Kopf und Gaster der Arbeiterinnen sind dunkel, der Thorax ist gelblich-braun, braungrau oder leicht rötlich. Eine Verwechslung ist mit L. emarginatus möglich, die jedoch schlanker gebaut ist.

Verbreitung

In Europa bis hin zum Kaukasus, nach Norden bis zum 61. Breitengrad außer in Finnland.

Lebensraum

Diese Art besiedelt offene Stellen mit Laubgehölzen; hier kann sie mit Nestdichten von bis zu 23 Nestern auf 100 m² auftreten. Schattige Fichtenwälder soll sie meiden.[1] Wegen der engen Assoziation an Laubbäume ist L. brunneus auch in Parkanlagen und in Städten nicht selten.

Lasius brunneus ist die am häufigsten als lästig/schädlich gemeldete Hausameise in Deutschland und kann verbautes Holz großflächig zerstören. Viele Beispiele zu Befall und Bekämpfungsversuchen finden sich hier. Auch intakte Fahrzeuge werden als Nest genutzt.[2]

Ernährung

Lasius brunneus betreibt intensiv Trophobiose mit Blattläusen und Rindenläusen (z. B. Stomaphis quercus), ist zusätzlich nektarivor und schwach zoophag.

Koloniegründung und Kolonie

Nach dem meist im Juni stattfindenden Schwarmflug am frühen Nachmittag suchen die Königinnen die Nähe von Bäumen und gründen dort claustral unter Borke, in abgebrochenen Ästen oder Bohrgängen von anderen Insekten.

Reife Kolonien wandern mit zunehmender Größe in Richtung Boden, sobald der Platz nicht mehr ausreicht und sind oft polydom. Die Kolonien sind monogyn.

Verhalten

Diese Art ist bei Störungen wenig aggressiv und schnell flüchtend. Das Belaufen von Bäumen findet oft über in der Borke verdeckte Straßen statt.[1]

Einzelnachweise

  1. ^ a b Seifert, B. (2007): "Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas". lutra Verlags- und Vertriebsges., Görlitz/Tauer, 368 S.
  2. ^ s. Diskussion zu Lasius brunneus - Ameisenforum

Siehe auch

Weblinks

  • Lasius brunneus und L. emarginatus im Foto-Vergleich (ameisenforum.de)
  • Einblicke in ein Naturnest von Lasius brunneus
  • Bilder von Lasius brunneus & Stomaphis quercus
  • Gründungsbericht von Lasius brunneus in Pleometrose
  • [1] ("...die vielen Arbeiterinnen großer Kolonien tragen sehr viele Kohlehydrate ein, die unter anderem, also neben der Ernährung, wie bei anderen Lasius-Arten auch der Beheizung der Brutnester durch erhöhten Stoffwechsel der Arbeiterinnen dienen.") - Hier dürfte es sich um eine falsche Information handeln. Messungen und entsprechende wissenschaftliche Veröffentlichungen über eine "Beheizung" der Nester bei Lasius-Arten sind unbekannt. Aktives Aufheizen der Nester ist lediglich bei Hügel bauenden Waldameisen bekannt und genauer untersucht.