Manica rubida

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Manica rubida
Manica rubida ArbeiterinManica rubida Arbeiterin
Systematik
Unterfamilie: Myrmicinae
Gattung: Manica
Art: Manica rubida
Weitere Informationen
Verbreitung: Mitteleuropa eher südliches Europa, in Deutschland nordwärts bis 53°N.
Habitat: vegetationsarme Flächen meist ohne Schatten, sandige oder kieshaltige Böden
Gründung: semiclaustral
Königinnen: oligogyn
Wissenschaftlicher Name
Manica rubida

(Latreille, 1802)

Allgemeines

  • Nahrung: zoophag (kleine Insekten) vermutlich auch trophobiotisch (Blattläuse)
  • Verbreitung: südliches Mitteleuropa, Alpen und Alpenvorland; selten auch an warmen Standorten in BRD. M. rubida gilt in Deutschland als gefährdet.
  • Lebensraum: feuchte Bereiche; an Flussauen und Seen, jedoch vereinzelt auch Stadthabitate
  • Nest: Erdnest; immer in feuchten Substrat; gerne in Sand
  • Koloniegröße: groß; mehrere tausend Tiere mit ausgedehnten Zweignestern
  • Königinnen: gründen semiclaustral; größere Kolonien auch polygyn (laut Seifert 2007: Oligogynie)
  • Winterruhe: Oktober bis März
  • Schwärmzeit: Mai- September

Größe

  • Königinnen: 9,5–13 mm
  • Männchen: 8–10 mm
  • Arbeiterinnen: 8–9 mm
  • Soldaten: Keine

Färbung/Aussehen

  • Arbeiterinnen: komplett rote Tiere; sehen aus wie „zu groß geratene Myrmica rubra", haben aber im Gegensatz zu diesen am Epinotum (Hinterende des Thorax) keinerlei Dornen.
  • Königinnen: ähnliches Aussehen wie Arbeiterinnen, jedoch größer. Außerdem ist der Thorax, wie bei geflügelten/entflügelten Gynen üblich, in deutlich unterscheidbare Sklerite gegliedert. Flügel vorhanden; nach deren Abwurf sind die Flügelstummel klar erkennbar (vgl. Bild.

Entwicklungsdauer

(bei ca. tags 27°C Nestoberflächentemperatur, nachts 22°C):

  • Ei- Larve: 1 Monat
  • Larve-Puppe: 1 Monat
  • Puppe-Imago: 1 Monat

(gemessen mit 11 Arbeiterinnen)

Viele Larven überwintern und setzen nach dieser Pause von 6-7 Monaten erst ihre Entwicklung zur Puppe fort. Entsprechend verlängert sich die gesamte Entwicklungsdauer auf fast ein Jahr.

Haltung

Temperatur: warm; Wärmespot 30°C (auf Nest); übrige Temperatur Raumtemperatur (22°C)

Das Nest ist immer feucht zu halten, da Manica rubida sehr empfindlich gegenüber Austrocknung ist und bei Wassermangel schnell sehr viele Tiere sterben können. In der Haltung ist zu beachten, dass die Tiere sehr empfindlich auf Vibrationen und auf Lichteinfall reagieren. Außerdem scheint nach Beobachtungen eines Halters rote Folie als Nest-Verdunkelung nur geringe Auswirkungen auf M. rubida zu haben, was jedoch durchaus (wie in den meisten Fällen) auf eine mangelhafte Folie zurückgeführt werden könnte. Als Nest eignet sich Ytong sehr gut, da er leicht ausreichend feucht gehalten werden kann.

Sonstiges

Die Arbeiterinnen sind aktive Jäger und erbeuten auch größere Tiere, die sie mit ihrem Stachel töten. Obwohl sie nur wenig angriffslustig ist, ist diese Art dennoch sehr wehrhaft und von anderen Ameisenarten kaum zu überwinden. Ihr Stich ist äußerst schmerzhaft (vergleichbar mit einem Wespestich). Siehe auch diesen Bericht. Als Nahrung dienen Insekten und Honigtau.

Eine neue Publikation (2009) berichtet über ein Volk mit Mikrogynen von Manica rubida: LENOIR, A., DEVERS, S., MARCHAND, P., BRESSAC, C. & SAVOLAINEN, R. 2009: Microgynous queens in the Paleartic ant, Manica rubida: Dispersal morphs or social parasites? - Journal of Insect Science, im Druck. Hier einzusehen, mit Bildern: http://irbi.univ-tours.fr//UIEIS/Publis%20AL/Lenoir-Manica-JIS2009.pdf

Weblinks