Bearbeiten von „Myrmoxenus“

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Alle Arten sind [[thermophil|wärmeliebend]].
 
Alle Arten sind [[thermophil|wärmeliebend]].
  
==Raubzüge==
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Die Arbeitsgruppe von Prof. Buschinger hat sich in Darmstadt von 1979 bis 2002 mit den verschiedenen Arten der Gattung befasst. Praktisch alle beschriebenen Arten wurden an den Typuslokalitäten gesucht. Viele weitere Fundorte für einzelne Arten wurden entdeckt, neue Arten wurden beschrieben. Die Lebensweise der einzelnen Arten wurde in Laborversuchen aufgeklärt, Details mit Freilandbeobachtungen bestätigt. Mehrere Arten wurden über Generationen gezüchtet, manche konnten verkreuzt werden.
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Die '''Sklavenraubzüge''' von ''Myrmoxenus ravouxi'' wurden von Winter (1979) in Darmstadt erstmalig beobachtet. Bis dahin hatte man ''Myrmoxenus'' für eine Gattung von [[Inquiline|Inquilinen]] gehalten, [[Sozialparasiten]], deren Arbeiterinnen (so weit vorhanden) keine Funktion mehr hätten.
 
Die '''Sklavenraubzüge''' von ''Myrmoxenus ravouxi'' wurden von Winter (1979) in Darmstadt erstmalig beobachtet. Bis dahin hatte man ''Myrmoxenus'' für eine Gattung von [[Inquiline|Inquilinen]] gehalten, [[Sozialparasiten]], deren Arbeiterinnen (so weit vorhanden) keine Funktion mehr hätten.
  
 
[[Bild:M. ravouxi Rz.jpg]]
 
[[Bild:M. ravouxi Rz.jpg]]
  
Diese Sklavenjäger sind 2,5 bis 3 mm lang. Das vorderste Tier (rechts) legt eine kurzlebige Duftspur, auf der es die kleine "Armee" zum vorher entdeckten Nesteingang eines Volkes der Sklavenart (hier: ''[[Temnothorax unifasciatus]]'') führt.
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Diese Sklavenjäger sind 2.5 bis 3 mm lang. Das vorderste Tier (rechts) legt eine kurzlebige Duftspur, auf der es die kleine "Armee" zum vorher entdeckten Nesteingang eines Volkes der Sklavenart (hier: ''[[Temnothorax unifasciatus]]'') führt.
  
==Koloniegründung==
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Die '''"Koloniegründung"''' aller Arten der Gattung erfolgt sozialparasitisch. Die begattete Jungkönigin dringt in ein Nest ihrer Wirtsart ein und versucht, sich möglichst rasch der Wirtskönigin zu nähern. Falls sie nicht von Wirtsarbeiterinnen abgewehrt wird, verbeißt sie sich mit ihren Mandibeln im Hals der Wirtskönigin, von oben oder von unten. Nach einigen Stunden ist die Wirtskönigin gelähmt, kann sich aber auch wieder erholen und wird dann erneut gewürgt. Der Vorgang kann 1-2 Wochen oder auch viel länger (z.B. über den Winter hinweg bis ins Frühjahr!) andauern bis die Wirtskönigin endgültig tot ist. Während des Würgens streicht die Parasitenkönigin mit ihren Vorderbeinen immer wieder über die Flanken ihres Opfers und anschließend über den eigenen Körper, u. a. auch über den eigenen Rücken, was durch sehr merkwürdige Verrenkungen der Vorderbeine ermöglicht wird. Myrmoxenus hat besonders ausgeprägte Putzbürsten an den Vorderbeinen. Das Verhalten dient wahrscheinlich der Übertragung von Oberflächenpheromonen der Wirtskönigin auf die Myrmoxenus-Königin.
[[Bild:M.-algerianus-würgend-web.jpg|300px|thumb|Das "Würgen" einer Jungkönigin von ''Myrmoxenus algerianus''. Die Parasitenkönigin (oben) ist kleiner als die Wirtskönigin.]]
 
Die '''Koloniegründung''' aller Arten der Gattung erfolgt sozialparasitisch. Die begattete Jungkönigin dringt in ein Nest ihrer Wirtsart ein und versucht, sich möglichst rasch der Wirtskönigin zu nähern. Falls sie nicht von Wirtsarbeiterinnen abgewehrt wird, verbeißt sie sich mit ihren Mandibeln im Hals der Wirtskönigin, von oben oder von unten. Nach einigen Stunden ist die Wirtskönigin gelähmt, kann sich aber auch wieder erholen und wird dann erneut gewürgt. Der Vorgang kann 1-2 Wochen oder auch viel länger (z.B. über den Winter hinweg bis ins Frühjahr!) andauern bis die Wirtskönigin endgültig tot ist. Während des Würgens streicht die Parasitenkönigin mit ihren Vorderbeinen immer wieder über die Flanken ihres Opfers und anschließend über den eigenen Körper, u. a. auch über den eigenen Rücken, was durch sehr merkwürdige Verrenkungen der Vorderbeine ermöglicht wird. Myrmoxenus hat besonders ausgeprägte Putzbürsten an den Vorderbeinen. Das Verhalten dient wahrscheinlich der Übertragung von Oberflächenpheromonen der Wirtskönigin auf die Myrmoxenus-Königin.
 
  
==''Myrmoxenus'' in der AG Buschinger==
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[[Bild:M.-algerianus-würgend-web.jpg]]
Die Arbeitsgruppe von [http://gap.entclub.org/taxonomists/Buschinger/index.html Prof. Buschinger] hat sich in Darmstadt von 1979 bis 2002 mit den verschiedenen Arten der Gattung befasst. Praktisch alle beschriebenen Arten wurden an den Typuslokalitäten gesucht. Viele weitere Fundorte für einzelne Arten wurden entdeckt, neue Arten wurden beschrieben. Die Lebensweise der einzelnen Arten wurde in Laborversuchen aufgeklärt, Details mit Freilandbeobachtungen bestätigt. Mehrere Arten wurden über Generationen gezüchtet, manche konnten verkreuzt werden.
 
  
== Literatur ==
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Das "Würgen" einer Jungkönigin von Myrmoxenus algerianus. Die Parasitenkönigin (oben) ist kleiner als die Wirtskönigin.
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Im Folgenden sind nur die Veröffentlichungen aus der AG Buschinger zu dieser Gattung aufgelistet. Jede Veröffentlichung enthält ein Literaturverzeichnis, in dem auch die Publikationen anderer, jeweils früherer Autoren aufgeführt sind (es sei auf die downloads verwiesen).
 
Im Folgenden sind nur die Veröffentlichungen aus der AG Buschinger zu dieser Gattung aufgelistet. Jede Veröffentlichung enthält ein Literaturverzeichnis, in dem auch die Publikationen anderer, jeweils früherer Autoren aufgeführt sind (es sei auf die downloads verwiesen).
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=== Literatur ===
 
*Buschinger, A., Ehrhardt, W., Winter, U. 1980: The organization of slave raids in dulotic ants - a comparative study (Hymenoptera, Formicidae). Z. Tierpsychol. 53, 245-264.
 
*Buschinger, A., Ehrhardt, W., Winter, U. 1980: The organization of slave raids in dulotic ants - a comparative study (Hymenoptera, Formicidae). Z. Tierpsychol. 53, 245-264.
 
*Buschinger, A., Ehrhardt, W., Fischer, K. 1981: ''Doronomyrmex pacis'', ''Epimyrma stumperi'' und ''E. goesswaldi'' (Hym., Formicidae) neu für Frankreich. Ins. Soc. 28, 67-70. ([http://antbase.org/ants/publications/10963/10963.pdf download])
 
*Buschinger, A., Ehrhardt, W., Fischer, K. 1981: ''Doronomyrmex pacis'', ''Epimyrma stumperi'' und ''E. goesswaldi'' (Hym., Formicidae) neu für Frankreich. Ins. Soc. 28, 67-70. ([http://antbase.org/ants/publications/10963/10963.pdf download])
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